Handy-Aktion Mitteldeutschland

„Sammelt, was übrig ist, damit nichts verschwendet wird.“
Johannes 6,12
Zugegeben: Diese konkrete Aufforderung Jesu bezieht sich nicht auf Handys, sondern auf Brote. Aber es wird deutlich, dass Jesus Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen legt. An anderen Stellen der Bibel wird betont, dass soziale Missstände nicht hinnehmbar sind. Deswegen koordinieren wir von der Arbeitsstelle Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, dem Lothar-Kreyssig Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland sowie dem Ayni – Verein für Ressourcengerechtigkeit e. V. in Kooperation mit Freddy Datenfresser die Handy-Aktion Mitteldeutschland.
Das Handy – eine Schatzkiste!

Wusstest du, dass in Deutschland etwa 195 Millionen alte Handys und Smartphones ungenutzt herumliegen? Dabei steckt in ihnen ein echter Schatz! In all diesen alten Handys zusammen befinden sich etwa 1.755 Tonnen Kupfer, 29,3 Tonnen Silber und 4,9 Tonnen Gold. Diese Metalle sorgen dafür, dass das Handy funktioniert. Kupfer leitet den Strom, Gold und Silber helfen bei wichtigen Verbindungen im Inneren des Geräts.
Deshalb ist ein altes Handy viel zu schade für den Müll oder die Schublade. Wenn es recycelt wird, können die wertvollen Stoffe wiederverwendet werden. So müssen weniger neue Rohstoffe aus der Erde gewonnen werden, und die Umwelt wird geschützt.
Vom Erz zur App: Wer trägt die Folgen?
Globale Rohstoffgerechtigkeit heißt, Ressourcen nachhaltig, sozial gerecht und fair zu nutzen. Dabei trägt der globale Süden meist die ökologischen und sozialen Kosten, während die Wertschöpfung überwiegend im globalen Norden entsteht.
Zugleich wird deutlich: Bergbau und seine Folgen sind kein ausschließliches Problem des globalen Südens. Auch in Europa – etwa im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien – belastet Rohstoffabbau Umwelt und Gesellschaft und verweist auf ein globales, strukturell auf Ressourcenausbeutung ausgerichtetes System.
Eine echte sozial-ökologische Transformation ist insbesondere im globalen Norden notwendig: veränderte Produktions- und Konsummuster, geringerer Ressourcenverbrauch sowie verbindliche Umwelt- und Sozialstandards entlang der gesamten Lieferkette.

Scroll weiter für Gerechtigkeit: alte Handys sinnvoll weitergeben
Alte Handys gehören nicht in den Müll. Deshalb arbeiten wir beim Sammeln alter Mobiltelefone mit Freddy Datenfresser zusammen. Das ist ein Sammelsystem des Inklusionsbetriebs JuRec-IT in Landau.
Dort werden zuerst alle Daten auf den alten Geräten sicher gelöscht. Das geschieht nach zertifizierten Datenlöschstandards des BSI. So sind persönliche Informationen zuverlässig geschützt. Handys oder einzelne Bauteile, die noch funktionieren, werden aufbereitet und weiterverwendet. Geräte, die nicht mehr nutzbar sind, werden fachgerecht geschreddert. Dabei können wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer oder seltene Erden zurückgewonnen werden.

Doch das Sammeln hilft nicht nur der Umwelt. Für die in Mitteldeutschland gesammelten Geräte spendet die Firma einen Erlös an Menschenrechtsprojekte von Brot für die Welt. Das Projekt „Nicht reden – handeln!“ beispielsweise unterstützt Arbeitende, die in der Rohstoffindustrie ausgebeutet werden.
So bewirken gespendete, alte Handys gleich doppelt Gutes: Sie schützen wertvolle Rohstoffe – und unterstützen Menschen, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen.
Mach mit – dein Handy kann mehr!
Du hast selbst noch ein altes Handy zu Hause? Dann werde aktiv! Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du mitmachen kannst:
1. Spende deine alten Geräte.
Gib dein ausgedientes Handy einfach an einer Sammelstelle ab. Eine Übersicht der Sammelzentren und Sammelstellen in Mitteldeutschland findest du auf der Webseite von Freddy Datenfresser.
2. Informiere dich und andere.
Rohstoffe kommen nicht einfach aus dem Nichts. Informiere dich über globale Rohstoffgerechtigkeit und sprich mit anderen darüber. Unter Material findest du Bildungsmaterialien, Anregungen und den Kontakt zu Fachleuten zum Thema.
3. Werde selbst Sammelstelle oder Sammelzentrum.
Du möchtest noch mehr bewegen oder es gibt noch keine Sammelstrukturen in deiner Region? Dann starte selbst eine Sammelaktion. Alle wichtigen Informationen dazu und die Möglichkeit einer Registrierung als Sammelzentrum- oder stelle findest du ebenfalls auf der Webseite von Freddy Datenfresser.
Materialien zum Weiterdenken und Weitergeben
Handys und digitale Geräte verbinden uns weltweit – doch sie werfen auch Fragen der Verantwortung und der Gerechtigkeit auf. Verschiedene Vereine und Bildungsakteure haben bereits spannende Bildungsmaterialien zu globaler Rohstoffgerechtigkeit und Handy-Konsum entwickelt – ob für die Schule, Jugendarbeit oder Erwachsenenbildung. Für die Gemeindearbeit gibt es darüber hinaus verschiedene Entwürfe und Vorlagen, um das Thema im Gottesdienst, der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen oder auch in anderen Gemeindekontexten einzubringen. Wenn du dabei Unterstützung suchst, z.B. durch Workshop-Referierende, kontaktier uns gerne und wir vermitteln dir Fachleute in deiner Region.
Material zur Öffentlichkeitsarbeit
Unseren Flyer und unser Poster zum Download findest du hier:


Bei Interesse an den Printprodukten, nimm gerne mit uns Kontakt auf.
Bildungsmaterial
- Inkota e.V. und die Handy-Aktion Berlin Brandenburg stellt auf ihrer Webseite eine ausführliche Übersicht zu verschiedenen Bildungsmaterialen zur Verfügung. Die Ausstellung „Rohstoffwende“ kann digital angeschaut oder ausgeliehen werden.
- KATE – Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung e.V. spricht mit dem Bildungsmaterial „Mein Handy und ich – Die globalen Folgen der Handynutzung“ Zielgruppen verschiedenen Alters an. Es können ‚Handykoffer‘ ausgeliehen und Projekttage angefragt werden.
- AHA anders handeln e.V. mit Sitz in Dresden bietet Veranstaltungen zum begleiteten Auseinanderbauen von Handys an. Auch kann dort ebenso ein ‚Handykoffer‚ ausgeliehen werden.
- Ayni e.V. führt mit audiovisuellem Material auf ihrer Webseite in die Hintergründe zu Lithiumabbau in Südamerika ein. Eine Ausstellung zu dieser Thematik mit 6 Roll-Ups kann ausgeliehen werden.
- Spielerische Annährungen an das Thema i. B. für die Arbeit mit jungen Menschen bieten Konsum-Krimi „Was geschah mit Nora Grün“ der Handy-Aktion Bayern, das Minecraft-Minigame „Mine Handy“ der Handy-Aktion NRW sowie das Online-Spiel „Handy-Crash“ von German Watch.
- Das Südwind-Institut stellt in verschiedenen Factsheets Hintergrundinformationen und Fachwissen zu Handys und Menschenrechten bereit.
Gemeindematerial
- Wie wäre es, einen Gottesdienst zur Handy-Aktion zu gestalten und neben oder anstelle der Kollekte um alte Mobilgeräte zu bitten? Einen Impuls hierfür gibt der Gottesdienstvorschlag „Mein Handy – weltweit vernetzt“ von Mission Eine Welt.
- In der Christenlehre oder dem Kindergottesdienst erzählt das Bilderbuch „Frida, die Rohstoffdetektivin und der ungelöste Fall der Handy-Müllhalde“ eine spannende Geschichte hinter dem Handy-Konsum. Es kann in der Arbeitsstelle Gerechtigkeit, Frieden Bewahrung der Schöpfung angefragt oder digital angeschaut werden.
- Auch in der Konfi-Arbeit wird die Handysammelaktion eingebracht und mit den christlichen Kernthemen verknüpft. Impulse hierfür geben die Bausteine „Dekalog 4.0. Mit den Zehn Geboten auf dem Weg durch die digitale Gesellschaft“ oder „Handy: Segen oder Fluch?“ von Ralf Häußler. Eine Konfi-Dank-Kiste zur Handy-Aktion kann bei Mission Eine Welt ausgeliehen werden.
- Wer im Gemeindebrief auf die Handy-Aktion aufmerksam machen will, findet auf der Webseite der Handy-Aktion NRW Inspiration und einen kurzen Textvorschlag. Ebenso steht dort eine PowerPoint-Präsentation für einen Muster-Vortrag zur Verfügung.
Kontakt
Bei Fragen, Anfragen, Ideen oder Gedanken stehen wir gerne zur Verfügung, beraten oder vermitteln Expert:innen und Referierende in deiner Region.
- Christian Sommerfeld und Miriam Meir der Arbeitsstelle Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung Evangelich-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
- Dr. Judith Königsdörfer, Elisabeth Rotte und Jens Lattke des Lothar-Kreyssig Ökumenezentrums der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.
- Oscar Choque, Eine Welt-Fachpromotor für Rohstoffe, Umwelt, Klima und Entwicklung bei Ayni e.V.





