Peace messenger training des Lutherischen Weltbundes
22. Juni 2026
Ein Gastbeitrag von Fred Brodhuhn aus der EVLKS
Das Friedensstiftertraining des LWB – Was ist das?
Das Friedensstiftertraining ist ein vom Lutherischen Weltbund (LWB) veranstaltetes Format, bei welchem junge Erwachsene darin geschult werden, lokale Friedensinitiativen anzustoßen und umzusetzen. Das Friedensstiftertraining fand dieses Jahr vom 20. – 25. April in Johannesburg, Südafrika, statt und ich durfte das Privileg genießen, für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens teilnehmen zu dürfen.
Südafrika als Gastgeber des Trainings 2026
Meine Reise begann am 19.04. und schon am 20.04. um 9:00 hatte ich es aus unserem Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz einmal um die halbe Welt bis nach Südafrika geschafft. Hierbei gab es schon erste Möglichkeiten, sich mit weiteren Teilnehmern auf dem Flug auszutauschen.

Nachdem am 20.04. die weiteren Teilnehmer eintrudelten und es zahlreiche Möglichkeiten gab, sich mit allen auszutauschen, starten wir am 21.04. mit dem Training. Mit qualitativ hochwertigen Vorträgen und Arbeitsgruppen durch Savannah Sullivan vom LWB und die Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika konnte eine fundierte Grundlage für die folgenden Tage geschaffen werden.
Constitution Hill – Vom Gefängnis zum Verfassungsgericht
Dies wurde auch gleich am nächsten Tag benötigt, da wir einen Ausflug zum Constitution Hill unternahmen. Der Constitution Hill war ein berüchtigtes Gefängnis des Apartheid-Regimes, in welchem sowohl Nelson Mandela, als auch Mahatma Ghandi eingesperrt waren. Heute steht hier das Verfassungsgericht Südafrikas. Dort wurde ein Feuer der Demokratie entfacht, welches dauerhaft als Zeichen der Freiheit brennt. Wir lernten viel über die Geschichte des Ortes und wie mit Orten umgegangen werden kann, an denen schwerste Verbrechen geschahen.
Das Wissen über diese Verbrechen wurde am zweiten Tag bei einem Besuch des Apartheitsmuseums gefestigt. Hier wurden wir aber nicht nur über die Struktur der Verbrechen, sondern auch über die verschiedenen Arten des Widerstandes gegen das Regime aufgeklärt.
Kontraste: Ort gewaltsamer Ausschreitungen und des friedlichen Widerstandes
Am letzten Tag besuchten wir diese Orte hautnah. Auf unserer Exkursion nach Soweto sahen wir die Orte gewaltsamer Ausschreitungen gegen das Regime (1976 Soweto Uprising) und dessen brutale Antworten darauf, aber auch die Orte friedlichen Widerstandes, wie Nelson Mandelas Haus, oder des religiösen Widerstandes, wie beispielsweise Desmond Tutus Haus.
Wege zu Frieden und Versöhnung
Die gesamte Zeit konnten wir verschiedene Wege beleuchten, wie Frieden in einer Umwelt der strukturellen Gewalt und der Unterdrückung anderer geschaffen werden kann. Auch Wege zur Versöhnung (welche noch nicht abgeschlossen ist) wurden uns anhand der Geschichte Südafrikas aufgezeigt.
Neben den Exkursionen konnten wir auch anhand unserer eigenen Lebenskontexte aus den verschiedensten Regionen der Welt unterschiedliche Wege der Friedensarbeit kennenlernen. Dabei konnten wir vor allem feststellen, dass die Probleme der jungen Erwachsenen auf der Welt sich zum großen Teil sehr ähnlich gestalten. So bewegten uns überwiegend Folgen des Klimawandels, Fragen zu interkulturellen Differenzen und Fragen zur intergenerationalen Gerechtigkeit.

Abseits der vielen lehrreichen Momente bleib auch viel Zeit, sich mit Christen auf der ganzen Welt im wahrsten Sinne über Gott und die Welt auszutauschen und viele nette Kontakte über die ganze Welt zu knüpfen, die hoffentlich auch nach der Abreise am 25.04. weiterhin bestehen werden.
Eine Maßgabe des Friedensstiftertrainings ist, weiterhin ein Projekt zur Friedensarbeit in der eigenen Kirche mit anzustoßen. Hierzu wurden sich auch erste Gedanken gemacht. Man darf also gespannt bleiben, was hieraus noch entsteht.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Mit besten Grüßen
Fred Brodhuhn